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Perdomo mio?

Aktualisiert: 6. Feb.

Die heutige Zigarre stellt etwas "besonderes" dar. Denn ich habe sie vor dem ersten Bewerten bereits zwei mal rauchen/testen dürfen. Einmal im Sommer und einmal im Winter, was mir aus meiner Sicht eine noch transparentere Bewertung ermöglicht.




Barrel Aged! Das alleine war ein Grund sie zu kaufen und zu rauchen! Das im Namen angegeben ergab bisher immer gute Entschleunigungs-Sessions! So auch diesmal, um es vorneweg zu nehmen! Fangen wir aber mal an. Die 15,24 cm lange und 2,38 cm dicke Laubrolle mit ihrem matt sandigen Umblatt verströmt Grazie und Stil, welches mit den Banderolen gut übereinstimmt. Bei ca. 15 € sollte sie das auch. Kaltgeruch ist gut, wobei gut hier eindeutig, "weird" heißt. Mandel ist herauszuriechen, aber sonst wirklich, wirklich dezent nichts. Überrascht mich, da es sich um eine Barrel Aged handelt und diese auch nochmal 2,5 Jahre beim zweiten Smoke im Humidor lag. Also eine schöne Reifezeit liegt hinter ihr. Dennoch dezent...


Anschnitt verlief ohne irgendwelche Beanstandung und der Kaltzug versprach indes etwas mehr als der Kaltgeruch. Die ersten Züge entfalten ein schokoladiges Erlebnis gepaart mit nassem Heu, was eine sehr eigenwillige Mischung präsentiert. Mit den nächsten Zügen gesellen sich Mandel und Nuss hinzu, was bereits jetzt schon ein schönes "Bouquet" untermauert. Doch bleibt es nicht bei den weichen Noten, denn sie kann auch pfeffrig scharf und holzig daherkommen. Was sie mit Entschlossenheit tut. Wow, gefällt mir jetzt schon sehr gut. Denn bei all ihren Aromen bleibt im mittleren Bereich der Stärke, was ihr super zu Gesicht steht. Es macht Spaß zu rauchen und das führt entsprechend zu guter Entschleunigung! Bis hierhin eine top Zigarre im preislichen Rahmen, wie ich finde!



Im letzten Drittel überrascht sie mit erdigen Noten und cremiger Würze, was spürbar eine Art Trockenheit im Mund hinterließ. Kenn ich sonst von Zigarren, die eine gewisse Stärke aufweisen. Doch hier bleibt sie nach wie vor im mittleren Bereich. Erfrischend anders... Der Abbrand war hier und da ein wenig schief, aber mit ein paar Zügen regulierte sie die Fehlstellung geschickt von selbst und drängte mir keine weitere Arbeit auf. So muss das sein! Bei so guter Entschleunigung war ein retronasaler Versuch ein obligatorisches Muss und auch hier wurde ich in keinster Weise enttäuscht. Ledrige Zartbitterheit kitzelte meinen Gaumen und hinterließ erneut meine positive Verwunderung. Denn auch hier war sie nicht stark und konnte somit überzeugen. Im ganzen Rauchverlauf war das Rauchvolumen ebenfalls im mittleren Bereich. Hier habe ich auch anfangs mit mehr gerechnet, so wie ich es sonst von Maduros kenne. So glich die Lounge beim zweiten Smoke nicht wie eine Räucherkammer.


Der Smoke zog sich bis zu den Fingerspitzen und beendete einen tollen Abend voller Entschleunigung.


Ein kleines Fazit zu beiden Smoke-Events, wobei sie allerdings schwer zu vergleichen sind. Im Grunde könnt ihr meinen Beitrag auf den Sommer und Winter anwenden. Wobei ich im Sommer etwas mehr pfeffrige Schärfe schmecken konnte. Macht sie allerdings nicht schlechter, eher besser. Denn so kann man getrost im Sommer und Winter zu ihr greifen. Sie macht ihren Job jedes mal richtig gut. So gut, dass sie in meiner mittlerweile Top 17 landet. Bei so vielen guten Zigarren muss ich einfach auf eine Top 20 ausweichen. Das wird aber dann auch das Maximum sein. Danach könnt ihr im Ranking-Archiv die ehemaligen Top Zigarren anschauen! Sonst wird es einfach zu unübersichtlich.



Wie gut sie tatsächlich ist, merke ich an meinen Gedanken, sie in meinen Shop aufzunehmen. Eventuell werde ich das auch machen... Doch euch möchte ich auf den Weg geben, kaufen, kaufen, kaufen. Ein lohnenswerter Smoke ist garantiert!



In dem Sinne: perdomo mío! Ich vergebe mir; diese Zigarre sogar zwei mal getestet zu haben!

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