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Stammgast Plasencia

  • 30. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Wie die Überschrift es schon vermuten lässt, geht es heute um eine weitere Plasencia. Diese Marke ist Stammgast bei mir und so stelle ich euch mittlerweile die 6. (!) vor!




Diese 12,70 cm lange und 2,06 cm dicke Zigarre aus dem Hause Plasencia ist, so gut wie alle aus dem Hause, eine top verarbeitete Zigarre. Dennoch fällt mir beim Anschnitt auf, dass sie ordentlich abblättert. Nach einem kurzen Check meines Humidors, liegt es nicht an der Feuchtigkeit. Denn diese ist nahezu perfekt. Kurz habe ich die Befürchtung, dass es heute nicht ein Sahnetag zum rauchen ist. Lasse ich mich bei Sonnenschein und der ersten Zigarre dieser Saison auf der Terrasse nicht entmutigen und zünde das 19,40 € teure Stück an. Kein schöner Anfang für eine solch teure Zigarre. Zumindest für das Format.


Brandannahme ist gut bis sehr gut und schon kann die Entschleunigung beginnen. Die ersten Eindrücke vermitteln Holz, Zeder und nussige Aromen. Nach den ersten Zügen ist allerdings auch das sehr sehr trockene Deckblatt nicht zu übersehen. Risse wo das Auge hinschaut. Hoffentlich beeinflusst dieser Zustand nicht ihren Geschmack. Der Rauch wirkt bereits jetzt schon wie eine Shisha. Trocken ist sie also definitiv nicht. Im nächsten Verlauf kommen Heu und trockene Erde hinzu. Nach einem Drittel sind florale Noten herauszuschmecken, mit dezenter Schärfe einhergehend. In der Hälfte angekommen möchten jetzt noch Cremé und Leder mitspielen, was sie gekonnt hinbekommen. Bis jetzt gefällt mir die Zigarre, auch wenn sie keine Maduro ist.


Ab der Hälfte ist zudem eine gute Tabakstärke zu schmecken. Nicht all zu aufdringlich, aber dennoch wahrnehmbar. Sollte sich im kommenden Rauchverlauf nicht potenzieren, sonst wird das die erste Plasencia mit einem zu heftigen Nikotinkick! Macht sie aber nicht und so kann sie genossen werden. Das Deckblatt wird derweil nur gehalten, weil die letzte Banderole noch dran ist. Nach der mittleren Banderole ist schon einiges abgeblättert. Kurz vor Schluss und nach Entfernung des letzten Papierrings, hat sich nun das komplette Deckblatt verabschiedet. Sehr schade, denn das gibt ihr einen absoluten Schönheitsmakel auf die Rauchdauer von ca. 55 Minuten. Die 55 Minuten sind es allerdings auch geworden, weil man sie bis zu den Fingerspitzen rauchen konnte. Das könnt ihr auf den Fotos mehr als gut erkennen. Auch hat sie bei etwas weniger Aufmerksamkeit keine Anstalten gemacht auszugehen. Das ist ist einer Plasencia würdig, das abgeblätterte Deckblatt dagegen weniger.


Trotz dieses Makels ist der Abbrand vorbildlich, um genau zu sein perfekt! Nicht einmal musste ich korrigieren! Qualität aus dem Hause Plasencia halt! Bis zu den Fingerspitzen wurde sie geraucht und ein bisschen mehr. Eine top Entschleunigung war also möglich und das ist es, was man haben möchte, wenn die Terrasse inklusive Sonnenschein nach draußen ruft!


Mein Fazit zur sechsten Plasencia in meinem Blog? Wirklich top. Kommt sie in die Top 20? Auch das. Was ihr allerdings für eine wirklich sehr gute Platzierung einen Strich durch die Rechnung macht, ist das Deckblatt. So etwas fatales hatte ich noch nicht bzw. ist wohl schon so lange her, dass ich mich nicht erinnern kann. Aber eventuell war das Deckblatt ein "Montagsdeckblatt". Zu hoffen ist das, denn das geht für diese Preisklasse überhaupt nicht!


Abschließend kann ich eine klare Kaufempfehlung geben. Denn vom geschmacklichen Umfang ist sie einer Plasencia würdig und gehört in jeden Humidor. Passend auch für einen einstündigen Kurztripp auf der Terrasse mit ordentlich Frühlingssonne!





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