Begleiter Exklusiv?
- Don Maduro

- 18. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
So kurz vor Weihnachten möchte ich euch nochmal einen richtig guten Begleiter vorstellen. Oder etwa nicht?

Dieser als "Hors d'Age" klassifizierte Cognac schmückt sich mit dem Prädikat "XO". Also ein "extra alter" Cognac, was bedeutet, dass er eine gewisse Zeit reifen musste. Beim aus Frankreich stammenden Comte Joseph heisst das im Klartext mindestens 6 - 20 Jahre. Diese Zeit verbrachte er in Limousin-Eichenfässern und überzeugt auch deshalb mit sehr viel Charakter.
Allein die Optik macht schon sehr viel her. Das Holzhäuschen ist mit seinem Zertifikat ausgestattet, was ihm die Qualität zuspricht, die er haben muss. Die Flasche selbst zeigt ein sehr interessantes Gesicht, denn der dazugehörige Flaschenhals ist leicht gekrümmt. Sehr speziell wie der Cognac selbst.
Nun, wie macht er sich als Begleiter? Mit seinen 40% Vol. ist er nicht allzu stark, sondern eher in der Norm der Spirituosen. Verwundert das es so "wenig" ist bin ich allerdings schon. Meistens sind die länger gelagerten Spirits im deutlich höheren Alkoholgehalt anzutreffen. Mir soll das recht sein. Der Duft nach Eröffnung des Spiels im Nosingglas ist intensiv und darum lasse ich ihn auch ein wenig stehen, bevor das Zusammenspiel aus Zigarre und Begleiter stattfindet. Diese Zeit benötigt er auch, denn anschließend ist das Bouquet deutlicher zu riechen und macht definitiv Lust auf mehr. Den ersten Schluck nehme ich ohne den Hauptakteur, um zu ermitteln wohin mich die Reise führt. Ich möchte es vorsichtig beschreiben. Der Cognac ist mit wesentlich mehr Charakter versehen, als die meisten Rume, die ich als Begleiter wähle. Macht ihn nicht schlechter, aber umso herausfordernder. Das obligatorische Glas Wasser habe ich mir auch hier natürlich parat gelegt.
Mein Hauptakteur, die letztwöchig vorgestellte Liga Privada No.9, sollte noch eine Herausforderung werden, denn diese gehört zu den stärkeren Laubrollen.

Beide in Kombination sind für mich der oft erwähnte "Endgegner" geworden. Beide mit so eindringlichen Charakteren, dass man nicht mit Sicherheit sagen konnte, wer von beiden den Ton angeben möchte und wer begleitet. Das gute an Begleitern ist, dass sie leichter zur Seite gelegt werden können, als den Hauptakteur selbst. Insofern konnte ich vorerst keinen Schluss ziehen, ob der Cognac begleiten kann. Nachdem ich auf einen anderen Begleiter umgestiegen bin und nach der Entschleunigung ein wenig "post-entschleunigen" wollte, trat ich wieder an den Comte Joseph heran. Nur dieses mal ohne Zigarre. Zu heftig war die Wahl der Beiden für ein Zusammenspiel. So versuchte ich den Begleiter für sich alleine zu beurteilen und hier zeigte sich, dass der Hauptakteur, also die Zigarre, eine im absolut unteren Bereich der Stärke sein musste. Dafür hat er einfach zu viel Charakter und zu intensive eigene Wertevorstellungen der geschmacklichen Aromenvielfalt.
Somit bekomme ich, zumindest heute, keine Urteilsfindung, ob dieser Cognac ein guter Begleiter ist. Das wird dann das nächste mal mit einer milden Zigarre getestet. Geschmacklich ist der Cognac jeden Cent wert, nur nicht mit Zigarren, die ihren eigenen Stempel aufrücken möchten. Milde, weiche Zigarren sind das erklärte Ziel des Comte Joseph als Gegenspieler bei entschleunigenden Aktivitäten.
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann dies gerne mit dem Erwerb einer Flasche in meinem Shop tuen. Zurzeit sogar für deutlich weniger, als er auf dem freien Markt zu bekommen ist.




