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Auf Empfehlung!

Heute stelle ich euch eine Zigarre vor, bei der ich nicht weiß, ob ich sie mir selbst geholt hätte. Darum ist es dann auch mal schön von anderen Aficionados einen Tipp zu erhalten. So war das letztendlich bei folgender Schönheit der Fall:




Den Anfang dieser 15,24 cm langen und 2,06 cm breiten Laubrolle macht die Kaltgeruchsprobe. Diese beginnt mit Schoko und feuchter Erde. Intensiv, aber kurz. Optisch ist sie ebenfalls eine Augenweide; dunkel und die Banderole in Kaligraphieschrifft einfach schön. Der Anschnitt erfolgt ohne Probleme, doch scheint es, als würde sich das Tabakblatt der Kappe lösen. Dies bestätigte sich leider auch im weiteren Rauchverlauf. Schade.


Die ersten Züge fangen ziemlich scharf an, was mich etwas überrascht. Der Kaltgeruch hatte nicht darauf schließen lassen. Die Schärfe legt sich allerdings schnell wieder. Das erste Drittel hinterlässt ein Gefühl von Sandkörnern im Mund- und Rachenraum. Immer wieder "erfrischend", wenn seltene Nuancen ins Spiel kommen. Kurz vor der Hälfte der Liga Privada No. 9 entfaltet das gute Stück nochmals eine solide Stärke. Noch vertretbar. Mittlerweile sind Röstaromen herauszuschmecken, was ihr eine gewisse Variabilität verleiht. So muss das sein, bei einer solch hochpreisigen Zigarre. Ab der Hälfte ist mäßig Leder herauszuschmecken und bleibt auch im Aromenspektrum bis zum Schluss erhalten. Was aber schon fast gänzlich fehlt, ist der anfängliche Schokogeruch in Form von Geschmack. Hier ist der Schokoduft vom Geruchstest fast gar nicht mehr vorhanden. Was doch bei einer solch dunklen Schönheit schon nach einem Frevel gleicht! Für mich persönlich sehr enttäuschend. Die Erwartungen in diese Richtung waren deutlich höher!


Im Anflug des letzten Drittels wird es aber dann noch einmal heftig. Nicht nur deshalb, weil das erwähnte Szenario von einer abblätternden Kappe eintritt, sondern auch von der Stärke. Diese zieht mir die Schuhe komplett aus und lässt mich mit einem Nikotinschock zurück, die schon fast seines Gleichen sucht. Boah... eine Pause ist angesagt. So extrem hatte ich das nicht erwartet. Kurz aufstehen und Luft schnappen. Leider hilft mir das nicht so schnell wieder runterzukommen. Wow,... was ein Bomber zum Schluss. Hatte ich gelesen, dass sie etwas stärker als "mittel" sein kann, war das in dem Ausmaß nicht zu erwarten. Auch der dazu verkostete Begleiter konnte an der Stärke nichts ändern. Weder der anfängliche Cognac, noch der später eingesetzte Jack-Daniels-Cola konnten die Stärke abschwächen! Wahnsinn! Erinnert von der Stärke an die vor langer Zeit gerauchten Cohiba. Nicht ganz, aber nah dran!


Eine absolut stabile Zigarre, die aus meiner Sicht aber leider Ihrem "Ruf" nicht ganz gerecht wird. Für Aficionados mit Vorliebe für starke Zigarren befindet sie sich mit Sicherheit in den höheren Regionen der Rangliste. Das zurecht! Für mich persönlich zu stark und deshalb nicht ganz so hoch anzusiedeln, wie für andere Aficionados. Da muss ich sagen, habe ich einfach schon deutlich bessere geraucht, die durchaus weniger gekostet haben. Wie z.B. diese und diese hier (auch in meinem Shop erhältlich). Schafft sie es dennoch in die mit mittlerweile knapp 15 Zigarren langen Rangliste? Ja, das auf jeden Fall. Wo genau schaut selbst nach!


An der Stelle möchte ich mich auch bei meinem Empfehler bedanken. Ohne Ihn hätte ich sie mir wohl nicht gekauft. Und mehr von Ihm empfohlene Zigarren werden noch folgen! Danke jkrist00!


In diesem Sinne möchte ich mich für heute verabschieden und euch eine tolle Vor-Weihnachtszeit wünschen!

 
 
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